Welche
Schritte jetzt
wichtig sind!

Klare Checkliste. Einfache Anleitung.

Klare Checkliste. Einfache Anleitung.

Die Checkliste

Bei einem plötzlichen Pflegefall, wie etwa nach einem Unfall oder Schlaganfall, sind die Betroffenen oftmals überfragt, was zu tun ist, um schnelle Unterstützung zu bekommen. Eine kurze Checkliste verschafft Abhilfe und gibt einen Überblick.

1. Rechtliche Abtretung klären

1. Rechtliche
Abtretung klären

VorsorgevollmachtPatientenverfügung und Betreuungsverfügung sind für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige eine wichtige Grundlage für sämtliche Entscheidungen, wenn die Pflegeperson dies selbst nicht mehr kann oder können wird.

Personen, die vertretend für die Pflegeperson die Pflegeleistungen beantragen möchten, können dies nur dann tun, wenn sie dazu auch bevollmächtigt sind. Das kann z. B. in Form einer Vorsorgevollmacht sein.

Sollte die abtretende Vorsorgevollmacht nicht im Vorfeld geklärt werden, kann das Amtsgericht eine rechtliche Betreuung anordnen. Daher ist es nur von Vorteil, wenn die Pflegeperson eine vertraute Person aus der Familie oder dem Bekanntenkreis ist und im Namen und im Sinne der Pflegeperson handeln und Entscheidungen treffen kann.

2. Beratung holen

Beratung in allen Fragen zur Pflege bekommen Sie in erster Linie von Ihrer Kranken- / bzw. Pflegekasse. Sie haben Anspruch auf frühzeitige und umfassende Beratung durch die Pflegeberaterinnen und Pflegeberater Ihrer Pflegekasse. Auch wenn noch keine akute Pflegesituation vorliegt oder noch kein Pflegegrad bestimmt wurde, steht Ihnen eine kostenlose Beratung zu.

Weitere Anlaufstellen für Information und Beratung sind:

„Die Krankenkassen sind verpflichtet
Ihnen eine kostenlose
Pflegeberatung anzubieten.“

„Die Krankenkassen
sind verpflichtet
Ihnen eine kostenlose
Pflegeberatung
anzubieten.“

„Die
Krankenkassen
sind verpflichtet Ihnen eine
kostenlose
Pflegeberatung
anzubieten.“

Gut zu wissen: Berufstätige mit nahen Angehörigen, welche sich in einer akuter Pflegesituation befinden, haben das Recht sich bis zu zehn Arbeitstage von der Arbeit freistellen zu lassen, um sich ausgiebig um die Beratung, Hilfestellung und Organisation zur Pflege zu kümmern.

Sollte die berufstätige Person für jene Zeit keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung erhalten, kann Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden. Der Arbeitgeber kann zudem eine ärztliche Bescheinigung über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit verlangen, die vorzulegen ist.

3. Antrag auf Pflegeleistungen stellen

3. Antrag auf
Pflegeleistungen stellen

Damit der Anspruch auf Pflegeleistungen gewährleistet werden kann, muss die versicherte Pflegeperson einen Nachweis von mindestens 2-jähriger Versicherungszeit bei einer Pflegekasse innerhalb der letzten 10 Jahren erfüllen.

Stellen Sie den Antrag auf Pflegeleistungen direkt bei der Krankenkasse, bei welcher die pflegebedürftige Person versichert ist. Dies können Sie telefonisch, schriftlich, per Mail oder auch über ein Vordruckformular (die meisten Pflegekassen bieten es auf ihrer Website an) vornehmen.

Nach Eingang des Antrags veranlasst die Pflegekasse eine direkte Weiterleitung an den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK), welcher folglich über einen beauftragten Gutachter (Arzt oder Pflegefachkraft) den Pflegegrad der pflegebedürftigen Person feststellt.

4. Vorbereitungen treffen bevor der
Gutachter kommt

4. Vorbereitungen
treffen bevor der
Gutachter kommt

4. Vorbereitungen treffen bevor der Gutachter kommt

Die Gutachter erhalten Informationen durch die Auswertung von Befunden, Entlassungsbriefe aus dem Krankenhaus, Befundberichte und sozialmedizinische Gutachten. Suchen Sie daher alle Dokumente für den Gutachter zusammen, welche Ihnen für die Analyse und zur Feststellung des Pflegegrades wichtig erscheinen.

Weitere Informationen beziehen die Gutachter durch ein Gespräch mit der Person, die den Antrag stellt und durch die Pflegeperson. Halten Sie für das Gespräch bestenfalls Antworten auf folgende Fragen bereit. Notieren Sie hierzu alle Details sowie den Zeitaufwand, damit Ihnen keine Informationen verloren gehen.

5. Gutachten prüfen

5. Gutachten
prüfen

Die Pflegekasse wird innerhalb von 25 Arbeitstagen – nach Eingang des Antrags auf Pflegeleistungen – das Ergebnis der Begutachtung, welches als Entscheidungsgrundlage über den Antrag auf Leistungsansprüche aus der Pflegeversicherung dient, in schriftlicher Form dem Antragsteller bzw. der Antragstellerin mitteilen. Die Pflegekassen folgen bei Ihrer Entscheidung zur Pflegebedürftigkeit und zum Pflegegrad in der Regel den Empfehlungen der Gutachtern.

Prüfen Sie daher, ob die Entscheidung auch im Interesse und Sinne der pflegebedürftigen Person ist. 

Stimmt der Antragsteller bzw. die Antragstellerin dem Gutachten zu, wird die Pflegekasse entsprechende und notwendige Schritte zur Umsetzung der Maßnahmen ergreifen. Hier wird über die Pflegekasse ein konkreter Termin mit der Pflegeberatung vereinbart, die Sie umfassend über die Organisation der Pflege berät.

6. Bei Ablehnung Widerspruch einlegen

6. Bei Ablehnung einen Widerspruch einlegen

6. Bei Ablehnung
einen Widerspruch einlegen

Ist der Antrag auf Pflegeleistungen abgelehnt worden? Oder ist der Pflegegrad zu niedrig eingestuft worden? In diesem Fall sollten Sie schriftlich Widerspruch einlegen, um eine Neuprüfung des Antrages oder eine Neubegutachtung zu erwirken. Warten Sie nicht zu lang damit – Sie haben ab der Zustellung des Bescheides 30 Arbeitstage Zeit.