Pflege­bedürftig.
Wie geht
es jetzt weiter?

Pflege­bedürftig.
Wie geht
es jetzt weiter?

Pflege­bedürftig.

Wie geht es weiter?

Wann ist Pflegebedürftigkeit gegeben?

Wann ist
Pflegebedürftigkeit gegeben?

Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes kann grundsätzlich in allen Lebensabschnitten auftreten.

Laut Definition des Gesetzes sind Personen gemeint, welche bedingt durch ihre Gesundheit, Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten aufweisen und deshalb auf Hilfe anderer angewiesen sind. Es handelt sich um Personen, die körperliche, geistige oder psychische Beeinträchtigungen oder gesundheitlich bedingte Belastungen bzw. Anforderungen nicht selbstständig kompensieren oder bewältigen können.

Die Pflegebedürftigkeit muss auf Dauer – voraussichtlich für mindestens sechs Monate – und mit mindestens der in § 15 SGB XI festgelegten Schwere bestehen.

Wo können Pflegeleistungen
beantragt werden?

Wo können Pflegeleistungen beantragt werden?

Wo können
Pflegeleistungen
beantragt
werden?

Möchte eine pflegebedürftige Person Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen, muss zunächst ein Antrag bei der jeweiligen Pflegekasse gestellt werden. Die Beantragung kann auch telefonisch erfolgen. Die Pflegekasse befindet sich bei der Krankenkasse.

Familienangehörige, Freunde, Nachbarn oder auch gute Bekannte des Pflegebedürftigen können die Beantragung ebenfalls übernehmen, sofern sie dazu bevollmächtigt sind.

Zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit beauftragt die Pflegekassen den sogenannten Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) oder teils auch andere unabhängige Gutachterin bzw. Gutachter. Die Begutachtung bei Privatversicherten erfolgt durch Gutachterinnen oder Gutachter des „MEDICPROOF“ (privates Pendant zum MDK).

Privatversicherte müssen in diesem Fall selber einen Antrag bei ihrer privaten Versicherung stellen.

Voraussetzung für die Leistungs­ansprüche

Voraussetzung
für die Leistungs­ansprüche

Um Pflegeleistungen über die Pflegekasse voll in Anspruch nehmen zu können, muss die oder der Versicherte in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung zwei Jahre als Mitglied in die Pflegekasse ein­gezahlt haben oder zumindest familienversichert gewesen sein.

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Über einen Antrag auf Pflegeleistungen wird binnen 25 Tagen entschieden.
Dazu erfolgt eine Begutachtung durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) oder andere unabhängige Gutachterinnen oder Gutachter.

Wie erfolgt die Einstufung
der Pflegegrade?

Sofern die Pflegebedürftigkeit durch den Medizinischen Dienst festgestellt worden ist, wird der oder die Betroffene in einen der weiter unten noch näher beschriebenen fünf Pflegegrade eingestuft.

Die Einstufung des Pflegegrads hängt hierbei davon ab, was die oder der Pflegebedürftige noch selbstständig kann. Und dies unabhängig davon, ob er oder sie an einer geistigen und / oder körperlichen Einschränkung leidet.

Die Entscheidung, in welchen der fünf Pflegegrade der Betroffene einzustufen ist, wird nach einem Besuch eines Gutachters oder einer Gutachterin in der Wohnung des Betroffenen, gefällt. Diese Besuchstermine werden stets vorher angekündigt und abgesprochen und bei dem Termin dürfen Angehörige oder Betreuer des Pflegebedürftigen ebenfalls anwesend sein.

Folgendes wird geprüft:

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Wie gut kann der bzw. die Bedürftige andere Menschen im Gespräch verstehen oder mit ihnen reden? Hierbei geht es ebenfalls um die Orientierung über Zeit und Ort, das Verstehen von Sachverhalten, das Erkennen und Einschätzen von Risiken.

Kognitive und kommunikative
Fähigkeiten

Wie gut kann der bzw. die Bedürftige
andere Menschen im Gespräch verstehen oder mit ihnen reden? Hierbei geht es
ebenfalls um die Orientierung über Zeit und Ort, das Verstehen von Sachverhalten,
das Erkennen und Einschätzen von Risiken.

Die Mobilität des Bedürftigen

Ist es der bzw. dem Bedürftigen möglich, ohne Hilfe vom Bett aufzustehen und die Toilette aufzusuchen? Wie kann sich die Person innerhalb seiner Wohnung fortbewegen? Gibt es Probleme beim Treppensteigen?

Die Mobilität des Bedürftigen

Ist es der bzw. dem Bedürftigen möglich,
ohne Hilfe vom Bett aufzustehen und die Toilette aufzusuchen?
Wie kann sich die Person innerhalb
seiner Wohnung fortbewegen?
Gibt es Probleme beim Treppensteigen?

Selbstständigkeit und Selbstversorgung

Ist die pflegebedürftige Person in der Lage, seine Wäsche selbst zu waschen, zu bügeln und sich anzukleiden? Kann die bedürftige Person eigenständig essen und trinken, oder benötigt sie dabei Unterstützung?

Selbstständigkeit und
Selbstversorgung

Ist die pflegebedürftige Person in der Lage, seine Wäsche selbst zu waschen,
zu bügeln und sich anzukleiden?
Kann die bedürftige Person eigenständig essen und trinken, oder benötigt sie dabei Unterstützung?

Ängste und psychische Belastungen

Wie reagiert der bzw. die Bedürftige auf pflegerische Maßnahmen? Wird er oder sie von nächtlicher Unruhe, Ängsten und Aggressionen gequält, welche sowohl für sich selbst als auch das Umfeld der betroffenen Person sehr belastend sind?

Ängste und
psychische Belastungen

Wie reagiert der bzw. die Bedürftige auf pflegerische Maßnahmen?
Wird er oder sie von nächtlicher Unruhe, Ängsten und Aggressionen gequält,
welche sowohl für sich selbst als auch
das Umfeld der betroffenen Person sehr belastend sind?

Selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen

Kommt die bedürftige Person beispielsweise mit einem Rollstuhl, einem Rollator oder einer Prothese eigenständig zurecht? Ist die Person in der Lage, Medikamente selbstständig einzunehmen oder den eigenen Blutzucker oder Bluthochdruck zu messen? Ist es möglich, ohne fremde Hilfe einen Arzt aufsuchen?

Selbstständiger Umgang
mit krankheits-
oder therapiebedingten
Anforderungen

Kommt die bedürftige Person beispielsweise mit einem Rollstuhl, einem Rollator
oder einer Prothese eigenständig zurecht?
Ist die Person in der Lage, Medikamente selbstständig einzunehmen
oder den eigenen Blutzucker oder
Bluthochdruck zu messen? Ist es möglich, ohne fremde Hilfe einen Arzt aufsuchen?

Alltag und soziale Kontakte

Sucht die Pflegeperson Kontakt zu anderen Menschen oder möchte sie lieber für sich allein sein? Wird der Tagesablauf eigenständig geplant, oder eher in den Tag hineingelebt? Tritt sie mit anderen Menschen in den direkten Kontakt? Geht die bedürftige Person eigenen Hobbys nach oder ist sie eher lustlos und weiß sich nicht zu beschäftigen.

Alltag und soziale Kontakte

Sucht die Pflegeperson Kontakt zu
anderen Menschen oder möchte sie lieber
für sich allein sein?
Wird der Tagesablauf eigenständig geplant, oder eher in den Tag hineingelebt?
Tritt sie mit anderen Menschen in den
direkten Kontakt?
Geht die bedürftige Person eigenen Hobbys nach oder ist sie eher lustlos und weiß sich nicht zu beschäftigen.

Wie erfolgt eine Einstufung
der Pflegegrade?

Pflegegrade

Geldleistung
ambulant
Sachleistung
ambulant
Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)
Leistungsbetrag
vollstationär

Pflegegrad 1

Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)

125 Euro

Leistungsbetrag
vollstationär

125 Euro

Pflegegrad 2

Geldleistung
ambulant

316 Euro

Sachleistung
ambulant

689 Euro

Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)

125 Euro

Leistungsbetrag
vollstationär

770 Euro

Pflegegrad 3

Geldleistung
ambulant

545 Euro

Sachleistung
ambulant

1.298 Euro

Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)

125 Euro

Leistungsbetrag
vollstationär

1.262 Euro

Pflegegrad 4

Geldleistung
ambulant

728 Euro

Sachleistung
ambulant

1.612 Euro

Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)

125 Euro

Leistungsbetrag
vollstationär

1.775 Euro

Pflegegrad 5

Geldleistung
ambulant

901 Euro

Sachleistung
ambulant

1.995 Euro

Entlastungsbetrag
ambulant
(zweckgebunden)

125 Euro

Leistungsbetrag
vollstationär

2.005 Euro

Die aufgeführten Leistungen verstehen sich monatlich und stellen einen Auszug aus den Leistungen der Pflegeversicherung dar.

1 .
Pflegegrad

Der Pflegegrad 1 umfasst vor allem Leistungen, welche es dem Bedürftigen ermöglichen sollen, in seiner gewohnten Umgebung, in seinem Zuhause zu bleiben. Das kann die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln bedeuten, aber auch Zuschüsse für das Wohnumfeld des Betroffenen, damit dieses möglichst barrierefrei ist.

Der Pflegegrad 1 umfasst vor allem Leistungen, welche es dem Bedürftigen ermöglichen sollen, in seiner gewohnten Umgebung, in seinem Zuhause zu bleiben. Das kann die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln bedeuten, aber auch Zuschüsse für das Wohnumfeld des Betroffenen, damit dieses möglichst barrierefrei ist.

1 .
Pflegegrad

Wurde ein Bedürftiger in den Pflegegrad 2 eingestuft, hat er Anspruch auf Zuschüsse für Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau. Außerdem umfassen die Leistungen auch Zuschüsse zur Verhinderungspflege (Ersatzpflegeperson) und Kurzzeitpflege. Bedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 2, die zu Hause gepflegt werden, haben außerdem Anspruch auf ein Pflegegeld in Höhe von 316 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 689 Euro monatlich.

Wurde ein Bedürftiger in den Pflegegrad 2 eingestuft, hat er Anspruch auf Zuschüsse für Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau. Außerdem umfassen die Leistungen auch Zuschüsse zur Verhinderungspflege (Ersatzpflegeperson) und Kurzzeitpflege. Bedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 2, die zu Hause gepflegt werden, haben außerdem Anspruch auf ein Pflegegeld in Höhe von 316 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 689 Euro monatlich.

0 .
Pflegegrad

Bedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad 3, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 545 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.298 Euro monatlich. Wenn Bedürftige vollstationär in einem Pflegeheim betreut werden, erhalten sie von der Pflegekasse 1.262 Euro pro Monat. Die Zuschüsse auf Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es ebenfalls.

Bedürftige mit einem anerkannten Pflegegrad 3, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 545 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.298 Euro monatlich. Wenn Bedürftige vollstationär in einem Pflegeheim betreut werden, erhalten sie von der Pflegekasse 1.262 Euro pro Monat. Die Zuschüsse auf Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau, Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es ebenfalls.

1 .
Pflegegrad

Der Pflegegrad 4 berechtigt Bedürftige zum Anspruch auf Zuschüsse für beispielsweise Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau. Zuschüsse für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es in diesem Pflegegrad ebenfalls. Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 728 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.612 Euro monatlich. Bedürftige, die vollstationär im Pflegeheim betreut werden müssen, werden monatlich mit 1.775 Euro von der Pflegekasse unterstützt.

Der Pflegegrad 4 berechtigt Bedürftige zum Anspruch auf Zuschüsse für beispielsweise Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau. Zuschüsse für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gibt es in diesem Pflegegrad ebenfalls. Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 728 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.612 Euro monatlich. Bedürftige, die vollstationär im Pflegeheim betreut werden müssen, werden monatlich mit 1.775 Euro von der Pflegekasse unterstützt.

0 .
Pflegegrad

Bedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 5, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 901 Euro im Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.995 Euro monatlich. Für die vollstationäre Pflege im Heim zahlt die Pflegekasse monatlich 2.005 Euro. Wie bei den vorherigen Pflegegraden hat die bzw. der Bedürftige Anspruch auf Zuschüsse für Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau oder aber auch zur Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Bedürftige mit anerkanntem Pflegegrad 5, die zu Hause gepflegt werden, erhalten ein Pflegegeld in Höhe von 901 Euro pro Monat oder ambulante Pflegesachleistungen in Höhe von bis zu 1.995 Euro monatlich. Für die vollstationäre Pflege im Heim zahlt die Pflegekasse monatlich 2.005 Euro. Wie bei den vorherigen Pflegegraden hat der Bedürftige Anspruch auf Zuschüsse für Pflegehilfsmittel sowie zum barrierefreien Wohnungsumbau, oder aber auch zur Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Alle Leistungen im Überblick

Die Leistungen der Pflegeversicherung hängen davon ab, wo und von wem Bedürftige gepflegt werden
und wie groß hierbei der Bedarf an Hilfe und Unterstützung ist.

Die Leistungen der Pflegeversicherung hängen davon ab, wo und von wem Bedürftige gepflegt werden und wie groß hierbei der Bedarf an Hilfe und Unterstützung ist.

Übernehmen Angehörige, Freunde, Bekannte, Ehrenamtliche oder gar eine erwerbsmässige pflegende Kraft die häusliche Pflege pflegebedürftiger Menschen, so kann die zu pflegende Person mit einem Pflegegrad 2–5 Anspruch (§ 37 SGB XI) auf das Pflegegeld geltend machen.

Das entsprechende Pflegegeld verwendet die pflegebedürftige Person für selbst beschaffene Pflegehilfen. Sie entscheidet in eigener Regie, welche erfolderlichen Maßnahmen (Pflege, Betreuung, Hilfe bei der Haushaltsführung) und zu welchem Umfang sie diese benötigt.

Das Pflegegeld wird monatlich wie folgt verteilt von der Pflegekasse bzw. vom privaten Versicherungsunternehmen ausgezahlt (siehe auch Tabelle über die Leistungen nach Pflegegraden):

    • Pflegegrad 2 – 316 Euro
    • Pflegegrad 3 – 545 Euro
    • Pflegegrad 4 – 728 Euro
    • Pflegegrad 5 – 901 Euro

Das Pflegegeld kann mit ambulanten Pflegesachleistungen (z. B. Pflegedienst) kombiniert werden.

Achtung! Wer seine die Pflegesachleistungen vollständig ausschöpft, erhält kein Pflegegeld.

§ 37 SGB XI Absatz 2 besagt außerdem, dass 50 Prozent des bisher in Anspruch genommenen Pflegegeldes während der Kurzzeitpflege, für bis zu acht Wochen, weiterhin fortbestehen.

Achtung! Beziehen pflegebedürftige Menschen auschließlich das Pflegegeld, haben sie „[…] 1. bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich einmal, 2. bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich einmal eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit […] abzurufen.” (§ 37 SGB XI Absatz 3)

Indes haben Pflegebedürftige der Pflegegrade 2–5, die zusätzlich von einem ambulanten Pflegedienst Pflegesachleistungen erhalten, gleichfalls einmalig halbjährigen Anspruch auf einen pflegefachlichen Beratungsbesuch bei sich zu Hause.

Mit Pflegesachleistungen für häusliche bzw. ambulante Pflege haben versicherte Pflegebedürftige Anspruch auf Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes.

Eine Kombination der ambulanten Pflegesachleistungen mit dem Pflegegeld ist möglich.

Der ambulante Pflegedienst hilft Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen bei der Pflege und deren Alltag zu Hause.

Vor allem Berufstätige, welche ihre Angehörige pflegen, werden von dem Pflegedienst in der Organisation zwischen  Beruf und Pflege sowie Betreuung besser unterstützt.

Das Angebot der Leistungen, die vom ambulanten Pflegedienstes verrichtet werden,  sind weitreichend. Diese sind zum Beispiel:

    • Hilfe bei der Körperspflege wie Duschen
    • Ganzkörper- bzw. Teilwaschung (bettlägerig)
    • Hilfe beim Ankleiden
    • Förderung der Bewegungsfähigkeit
    • Zubereitung von Mahlzeiten
    • Hilfe bei dem Essen
    • Hilfe bei Ausscheidungen
    • Hilfe beim Einkaufen
    • Hilfe bei der Haushaltsführung
    • Pflege der sozialen Kontakte
    • Hilfe bei der Gestaltung des Alltags
    • Hilfe bei der Medikation und Therapie
    • Beratung und Vermittlung von Hilfsdiensten (Essenslieferung, Fahrdienst, Krankentransport)

Pflegehilfsmittel sind Materialien, die in der häuslichen Pflege notwendig sind, um die Beschwerden der pflegebedürftigen Person zu lindern oder ihr zur einer autonomen Lebensweise verhelfen oder auch in der Arbeit der Pflege entlasten.

Hier werden zwischen technische Pflegehilfsmittel und zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmitteln unterschieden.

Technische Pflegehilfsmittel, wie zum Beispiel Pflegebett, werden vorrangig leihweise oder gegen eine Zuzahlung (ab 18. Lebensjahr zehn Prozent des Eigenanteils, maximal 25 Euro je Pflegehilfsmittel) zur Verfügung gestellt.

Die Kosten für Verbrauchsprodukte, wie beispielsweise Einmalhandschuhen, in Höhe von bis zu 40 Euro pro Monat werden von der Pflegekasse erstattet.

Die Versorgung mit Pflegehilfsmittel wird über die Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen geltend gemacht. Ein Verzeichnis über die zur Verfügung gestellte Pflegehilfsmittel kann direkt über die Pflegeversicherung erfragt werden.

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung für Pflegebedürftige der Pflege­grade 2 bis 5 die Kosten einer Ersatzpflege.

Die Verhinderungspflege kann durch einen ambulanten Pflegedienst, durch Einzelpflegekräfte oder auch duch ehrenamtliche Pflegende von statten gehen.

Seit dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege von bis zu sechs Wochen pro Kalenderjahr möglich.

Der Anspruch auf Verhinderungspflege kann jedoch erst geltend gemacht werden, wenn die Pflegeperson den pflegebedürftigen Menschen für mindestens sechs Monate in häuslichen Umgebung gepflegt hat.

Die Ersatzpflege darf auch stundenweise in Anspruch genommen werden.

Wird die pflegebedürftigen Person in der Zeit der Verhinderungspflege von Personen ausgeübt, die nicht oder nur weitläufig mit der verwandt sind und nicht mit der pflegebe­dürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft leben, beläuft sich die Leistung auf bis zu 1.612 Euro je Kalenderjahr.

Zu den nicht nahe Verwandten gehören hierbei:

    • Tante und Onkel
    • Cousine und Cousin
    • Nichte und Neffe
    • Freunde
    • Bekannte
    • Nachbarn
    • Ehrenamtliche
    • externer und professioneller Pflegedienst

Wird die Verhinderungspflege von nahen nicht erwebsmäßigen Angehörigen ausgeübt, welche gleichzeitig mit der pflegebe­dürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft leben, dürfen die Aufwendungen (z. B. Fahrkosten) der Pflegekasse grundsätzlich den 1,5-fachen Betrag des Pflegegeldes des festgestellten Pflegegrades nicht überschreiten. Insgesamt dürfen die Aufwendungen der Pflegekasse den Betrag von 1.612 Euro nicht übersteigen.

Unter eine Kurzzeitpflege versteht man eine Hilfsmaßnahme für pflegende Angehörige in Krisensituationen.

Eine Krisensituation kehrt ein, wenn die pflegende Person plötzlich für eine gewisse Zeit die Pflege für die pflegebedürftige Person selbst nicht (mehr) verrichten kann.

In diesen Fällen sind viele Pflegebedürftige auf eine vollstationäre Pflege angewiesen, welche über die Kurzzeitpflege in vollstationären Einrichtungen ausgeübt wird.

Die Kurzzeitpflege findet im Gegensatz zur Verhinderungspflege immer in einer Pflegeeinrichtung statt.

Die Kurzzeitpflege ist auf die Dauer von maximal acht Wochen im Jahr beschränkt.

In diesem Zeitraum übernehmen die Pflegekassen die Kosten für eine stationäre Unterbringung bis zu 1.612 Euro.

Auch während der Kurzzeitpflege wird 50 Prozent des bereits bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt.

Außerdem kann die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege kombiniert werden.

Wenn das Jahresbudget an Verhinderungspflege noch nicht verbraucht wurde, kann die verbleibende Zeit auf die Kurzzeitpflege umlagert werden. Der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege kann demzufolge maximal auf 3.224 Euro im Jahr aufgestockt, also höchst verdoppelt werden.

Angerechnet wird jener Erhöhungsbetrag auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege .

Bezogen können diese Ansprüche von Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5.

Wer Pflegegrad 1 hat, kann den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat nutzen, um Leistungen der Kurzzeitpflege in Anspruch zu nehmen.

Um Pflegebedürftigen den Weg zur Selbstständigkeit zu erleichtern, werden sogenannte ambulant betreute Wohngruppen, die bestimmte Mindestvor­aussetzungen erfüllen, von der Pflegeversicherung besonders gefördert.

§ 38a (SGB XI) besagt, dass Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen mit Pflegegrad 1–5 zusätzlich zu den anderen Leistungen der häuslichen Pflege Anspruch auf einen pauschalen monaltlichen Wohngruppenzuschlag in Höhe von 214 Euro haben, wenn folgende Vorraussetzungen erfüllt sind:

    • „[…] sie mit mindestens zwei und höchstens elf weiteren Personen in einer ambulant betreuten Wohngruppe in einer gemeinsamen Wohnung zum Zweck der gemeinschaftlich organisierten pflegerischen Versorgung leben und davon mindestens zwei weitere Personen pflegebedürftig […] sind,”
    • „[…] sie Leistungen […] beziehen” (Pflegegeld, häuslichen Pflegesachleistungen, der Kombinationsleistung, dem Umwandlungsanspruch oder / und dem Entlastungsbetrag)
    • „[…] eine Person durch die Mitglieder der Wohngruppe gemeinschaftlich beauftragt ist, unabhängig von der individuellen pflegerischen Versorgung allgemeine organisatorische, verwaltende, betreuende oder das Gemeinschaftsleben fördernde Tätigkeiten zu verrichten oder die Wohngruppenmitglieder bei der Haushaltsführung zu unterstützen, und”
    • „[…] keine Versorgungsform einschließlich teilstationärer Pflege vorliegt, in der ein Anbieter der Wohngruppe oder ein Dritter den Pflegebedürftigen Leistungen anbietet oder gewährleistet, die dem […] für vollstationäre Pflege vereinbarten Leistungsumfang weitgehend entsprechen”

Der Sinn des Wohngruppenzuschlags ist, die gemeinschaftlich beauftragte Person (wie oben beschrieben) zu finfanzieren.

Für die Gründung von ambulant betreuten Wohngruppen, sogenannten Pflege-WGs, sieht die Pflegeversicherung eine Anschubfinanzierung vor, die es seit 2017 auch für Pflegebedürftige im neuen Pflegegrad 1 gibt.

Werden Bedürftige zu Hause gepflegt und betreut, ist es unter Umständen sinnvoll, das Wohnumfeld barrierefrei umzubauen. Hierfür leistet die Pflegeversicherung unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse.

Seit dem 1. Januar 2017 haben auch Leistungsbezieherinnen und Leistungsbezieher im neuen Pflegegrad 1 Anspruch auf diese Zuschüsse.

Unter Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Versorgung) versteht man die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf in einer Pflegeeinrichtung.

Über diese Leistungen hinaus haben Pflegebedürftige in teilstationären Pflegeeinrichtungen einen eigenen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung.

Seit dem 1. Januar 2015 können die Leistungen der Tages- und Nachtpflege neben der ambulanten Pflegesachleistung / dem Pflegegeld in vollem Umfang in Anspruch genommen werden, eine Anrechnung der Leistungen erfolgt nicht mehr.

Seit dem 1. Januar 2017 haben Versicherte der Pflegegrade 2 bis 5 Anspruch auf Tages- und Nachtpflege. Personen im Pflegegrad 1 können ihren Entlastungsbetrag hierfür einsetzen.

Durch Leistungen der vollstationären Pflege werden Pflegebedürftige, die in einem Pflegeheim leben, unterstützt.

Seit dem 1. Januar 2017 sind die Leistungsbeträge durch das zweite Pflegestärkungsgesetz neu gestaffelt, weil auf das System der Pflegegrade umgestellt worden ist.

Um Einbußen, die sich aus der Umstellung ergeben könnten, zu vermeiden, haben betroffene Pflegebedürftige Bestandsschutz: Sie erhalten einen Zuschlag auf den Leistungsbetrag, wenn ihr selbst zu tragender Eigenanteil am Pflegesatz seit dem 1. Januar 2017 höher ist als im Dezember 2016.

Der Zuschlag gleicht die Differenz aus. Versicherte mit Pflegegrad 1 erhalten einen Zuschuss in Höhe von 125 Euro monatlich.

Über diese Leistungen hinaus haben Pflegebedürftige in vollstationären Pflegeeinrichtungen einen eigenen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung.

Darüber hinaus ist nun ein einrichtungseinheitlicher Eigenanteil der Versicherten in vollstationärer Pflege für die Pflegegrade 2 bis 5 festgeschrieben. Zuvor stieg im Falle einer Höherstufung der Pflegebedürftigkeit zwar die Leistung der Pflegeversicherung an, gleichzeitig aber nahm auch der pflegebedingte Eigenanteil zu. Dieser Eigenanteil steigt nun nicht mehr, wenn jemand in einen höheren Pflegegrad eingestuft werden muss.

Seit dem 1. Januar 2017 erhalten Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die ambulant gepflegt werden, einen einheitlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich.

Der Entlastungsbetrag ist keine pauschale Geldleistung, sondern zweckgebunden. Er kann zur Erstattung der Kosten für die Inanspruchnahme einer teilstationären Tages- oder Nachtpflege, einer vorübergehenden vollstationären Kurzzeitpflege oder von Leistungen ambulanter Pflegedienste (in den Pflegegraden 2 bis 5 jedoch nicht von Leistungen im Bereich der Selbstversorgung) verwendet werden.

Außerdem kann er für Leistungen durch nach Landesrecht anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag eingesetzt werden. Diese tragen dazu bei, Pflegepersonen zu entlasten, und helfen Pflegebedürftigen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung zu bleiben, soziale Kontakte aufrechtzuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst selbstständig zu bewältigen.

Der Entlastungsbetrag wird zusätzlich zu den sonstigen Leistungen der Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege gewährt, er wird mit den anderen Leistungsansprüchen also nicht verrechnet.

Nicht (vollständig) ausgeschöpfte Beträge können innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres in die Folgemonate übertragen werden.

Wenn Pflegebedürftige sich in vollstationären Einrichtungen der Hilfe für behinderte Menschen aufhalten, beteiligt sich die Pflegeversicherung an den Kosten für die in den Einrichtungen erbrachten Pflegeleistungen pauschal in Höhe von zehn Prozent des Heimentgelts, höchstens jedoch mit 266 Euro monatlich.

Die Pflegebedürftigen haben darüber hinaus Anspruch auf ungekürztes Pflegegeld, anteilig für die Tage, an denen sie sich in häuslicher Pflege befinden.

Es gibt Fälle, in denen Menschen vorübergehend Pflege benötigen, ohne dass eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Pflegeversicherung vorliegt, zum Beispiel nach einer Operation oder aufgrund einer akuten Verschlimmerung einer Erkrankung.

Bisher hatten Patientinnen und Patienten hierbei keinen Anspruch auf gesetzliche Leistungen. Diese Versorgungslücke wurde mit dem Krankenhausstrukturgesetz geschlossen.

Seit dem 1. Januar 2016 gelten erweiterte Ansprüche auf häusliche Krankenpflege sowie Haushaltshilfe und es gilt ein neuer Anspruch auf eine Kurzzeitpflege als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Versicherte erhalten erforderliche Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung. Der Anspruch kann bis zu vier Wochen je Krankheitsfall bestehen und von der Krankenkasse in begründeten Ausnahmefällen nach Einschaltung des Medizinischen Dienstes verlängert werden.

Befinden sich Kinder im Haushalt, die bei Beginn der Leistung jünger als zwölf Jahre sind, oder Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, kann die Haushaltshilfe auf bis zu 26 Wochen verlängert werden.

Reichen diese Leistungen nicht aus, können Versicherte eine Kurzzeitpflege als neue Leistung der gesetzlichen Krankenkassen in einer geeigneten Einrichtung für bis zu acht Wochen je Kalenderjahr in Anspruch nehmen. Die Krankenkasse beteiligt sich an den Kosten für Pflege, Betreuung und Behandlungspflege bis zu einem Betrag von jährlich 1.612 Euro.

Zuschüsse & Erstattungen

Zuschüsse &
Erstattungen

Pflege ist teuer, deshalb sollten Sie als Pflegebedürftiger alle Möglichkeiten kennen und ausschöpfen,
die Sie für die Finanzierung der Pflege in Anspruch nehmen können.

Pflege ist teuer, deshalb sollten Sie als Pflegebedürftiger alle Möglichkeiten kennen und ausschöpfen,  die Sie für die Finanzierung der Pflege in Anspruch nehmen können.

Die Pflegekasse kann für Pflegebedürftige der Pflegegrade 1 bis 5 auf Antrag bis zu 4.000 Euro als Zuschuss für Anpassungsmaßnah­men zahlen, die die häusliche Pflege in der Wohnung ermöglichen, erheblich erleichtern oder eine möglichst selbstständige Lebens­führung der pflegebedürftigen Person wiederherstellen (wohnum­feldverbessernde Maßnahmen).

Ziel solcher Maßnahmen ist es auch, eine Überforderung der Pflegepersonen zu verhindern.

Wohnen mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, kann der Zuschuss bis zu viermal 4.000 Euro, also bis zu 16.000 Euro, betra­gen.

Bei mehr als vier anspruchsberechtigten Personen wird der Gesamtbetrag anteilig auf die pflegebedürftigen Bewohnerinnen und Bewohner aufgeteilt. Dies kommt vor allem ambulant betreu­ten Wohngruppen für Pflegebedürftige zugute.

Die Pflegekasse zahlt einen Zuschuss zu verschiedenen Maßnahmen der Wohnungsanpassung.

Einen Zuschuss gibt es für Maßnahmen, die mit wesentlichen Eingriffen in die Bausubstanz verbunden sein können, wie zum Beispiel Türverbreiterungen oder fest installierte Rampen und Treppenlifte, aber auch für den pflegegerechten Um­bau des Badezimmers.

Außerdem werden der Ein- und Umbau von Mobiliar, das entsprechend den Erfordernissen der Pflegesituation individuell hergestellt oder umgebaut werden muss, sowie der feste Einbau bestimmter technischer Hilfen finanziell unterstützt.

Ein Zuschuss zur Wohnungsanpassung kann auch ein zweites Mal ge­währt werden, wenn die Pflegesituation sich so verändert hat, dass erneute Maßnahmen nötig werden.

Wird der Leistungsbetrag für ambulante Pflegesachleistungen nicht oder nicht vollständig für den Bezug ambulanter Sachleistungen ausge­schöpft, kann der nicht verbrauchte Betrag auch verwendet werden, um eine zusätzliche Kostenerstattung für Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag zu beantragen.

Auf diese Weise können maximal 40 Prozent des jeweiligen Betrags für ambulante Sachleistungen umgewandelt werden. 

Der Umwandlungsanspruch und der Entlastungsbetrag können unabhängig voneinander genutzt werden.

Steht man ganz am Anfang einer Gründung von ambulant betreuten Wohngruppe, wird laut § 45e SGB XI pflegebedürftige Menschen (Pflegegrad 1–5), welche Anspruch auf Wohngruppenzuschlag haben „[…] und die an der gemeinsamen Gründung beteiligt sind, für die altersgerechte oder barrierearme Umgestaltung der gemeinsamen Wohnung […] einmalig ein Betrag von bis zu 2 500 Euro gewährt. “

Insgesamt ist der Betrag pro Wohngruppe auf 10.000 Euro begrenzt.

Die Leistungen für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen oder die Ausstattung mit technischen (Pflege-)Hilfsmitteln dürfen zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Diejenigen, die Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag haben, kön­nen bei der Neugründung von ambulant betreuten Wohngruppen eine Anschubfinanzierung zur altersgerechten oder barrierearmen Umgestaltung der gemeinsamen Wohnung erhalten.

Dieser Zuschlag wird zusätzlich zu den Zuschüssen für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes gewährt. 

Alle Pflegebedürftigen, die sich an der Gründung einer ambulant betreuten Wohngruppe beteiligen, können bei ihrer Pflegekasse im Rahmen dieser Anschubfinanzierung einmalig eine Förderung von bis zu 2.500 Euro beantragen.

Pro Wohngemeinschaft ist diese Förderung allerdings auf 10.000 Euro begrenzt, bei mehr als vier anspruchsberechtigten Antragstellerinnen und Antragstellern wird der Gesamtbetrag anteilig auf sie aufgeteilt.

Diese Förderung steht Pflegebedürftigen aller Pflegegrade zu.

Den Antrag auf Bewilligung dieser Mittel müssen die WG-Mitglieder innerhalb eines Jahres ab Vorliegen der Anspruchsvoraussetzungen stellen.

Die Bestimmun­gen zu den Einzelheiten und zur Verfahrensweise sind bei den Pflegekassen zu erfahren.

Pflegebedürftige können Pflegeleistungen auch gemeinsam mit anderen Leistungsberechtigten – zum Beispiel den Mitbewohne­rinnen und Mitbewohnern in einer Pflege-WG – in Anspruch neh­men.

Diese Form der Leistungszusammenlegung wird „Poolen“ genannt und soll insbesondere die Situation bei ambulant betreuten Wohnformen und Pflege-WGs verbessern und deren Nutzung för­dern.

Beispielsweise kümmert sich in einem Wohnhaus oder in einer WG ein zugelassener Pflegedienst um mehrere Pflegebedürftige. Durch das Zusammenlegen von Leistungsansprüchen können Wirtschaftlichkeitsreserven erschlossen werden.

Die insbesondere hierdurch entstehenden Zeit- und Kosteneinsparungen sind aus­ schließlich im Interesse der Pflegebedürftigen zu nutzen.

Um eine optimale, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Pflege zu gewährleisten, ist es möglich, den Bezug von Pflegegeld mit der Inanspruchnahme von ambulanten Pflegesachleistungen zu kombinieren.

Das Pflegegeld vermindert sich in diesem Fall an­teilig im Verhältnis zum Wert der in Anspruch genommenen am­bulanten Sachleistungen.

Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 haben die Möglichkeit, selbstständige Pflegekräfte in Anspruch zu nehmen.

Die Pflege­kassen sollen mit geeigneten Einzelpflegekräften Verträge zur Versorgung bestimmter Pflegebedürftiger schließen, wenn die Ver­sorgung durch den Einsatz dieser Kräfte besonders wirksam und wirtschaftlich ist oder wenn dadurch zum Beispiel den besonderen Wünschen von Pflegebedürftigen zur Gestaltung der Hilfe Rech­nung getragen werden kann.

Zur Finanzierung der Einzelpflegekräf­te können Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 die ambulanten Pflegesachleistungen in Anspruch nehmen.

Die Abrechnung erfolgt unmittelbar zwischen der zugelassenen Einzelpflegekraft und der Pflegekasse.

Wird die pflegebedürftigen Person in der Zeit der Verhinderungspflege von Personen ausgeübt, die nicht oder nur weitläufig mit der  verwandt und nicht mit der pflegebe­dürftigen Person in häuslicher Gemeinschaft leben, beläuft sich die Leistung auf bis zu 1.612 Euro je Kalenderjahr.

Zu den nicht nahe Verwandten gehören hierbei:

    • Tante und Onkel
    • Cousine und Cousin
    • Nichte und Neffe
    • Freunde
    • Bekannte
    • Nachbarn
    • Ehrenamtliche
    • externer und professioneller Pflegedienst

Unausgeschöpfter (oder auch teilausgeschöpfter) Anspruch auf Kurzzeitpflege kann bis zu 50 Prozent ergänzend auf die Verhinderungspflege angerechnet werden.

Der für die Verhin­derungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungs­betrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

Damit summiert sich der bereitgestellte Leistungsbetrag für die Verhinderungspflege von 1.612 Euro auf 2.418 Euro im Kalenderjahr für die Verhinderungspflege, die der pflegebedürftigen Person zur Verfügung stehen.

Hier profitieren ganz klar die Anspruchsberechtigten, die auf eine längere Ersatzpflege angewiesen sind, aber nicht in eine vollstationäre Kurzzeitpflegeeinrichtung gehen möchten.

Das Pflegezeitgesetz (§3) gewährt  Beschäftigten einen Anspruch auf unbezahlte Freistellung von bis zu sechs Monaten von der Arbeit, wenn diese eine nahe Angehörige oder einen nahen Angehörigen in häuslicher Umge­bung pflegen. Der Anspruch gilt für alle Pflegegrade.

Ein Anspruch auf Freistellung besteht auch für die häusliche oder auch außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen.

Genau so ist eine vollständige oder teilweise Freistellung gewährleitet, wenn schwererkrankte nahe Angehörige in ihren letzten Lebensphasen begleitet werden.

Dieser Anspruch besteht im Unterschied zur kurzzeitigen Arbeitsbefreiung nur in Unternehmen mit regelmäßig mehr als 15 Beschäftigten.

Als nahe Angehörige gelten insbesondere: Groß­eltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern, Ehegatten, Lebenspart­ ner, Partner in einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnli­chen Gemeinschaft, Geschwister, Ehegatten der Geschwister und Geschwister der Ehegatten, Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Lebenspartner, Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Le­benspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.

Beschäftigtigte müssen die Pflegezeit mindestens zehn Arbeitstage vor Beginn schriftlich ankündigen und erklären, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang die Freistellung in Anspruch genommen werden möchten.

 

Das Familienpflegegesetz gewährt Beschäftigten einen Anspruch auf teilweise Freistellung von bis zu 24 Monaten von der Beschäftigung, wenn diese  eine Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden im Durchschnitt eines Jahres erbringen, um eine nahe angehörige Person in häuslicher Umge­bung zu pflegen. Der Anspruch gilt für alle Pflegegrade.

Ein Anspruch auf teilweise Freistellung besteht auch für die häusliche oder außerhäusliche Betreuung von minderjährigen pflegebedürftigen nahen Angehörigen.

Der Anspruch besteht nur in Unternehmen mit regelmäßig mehr als 25 Beschäftigten ausschließlich der zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten.

Die Beschäftigten müssen die Familienpflegezeit spätestens acht Wochen vor dem gewünschten Beginn schriftlich ankündigen.

Gleichzeitig müssen sie erklären, für welchen Zeitraum und in welchem Umfang innerhalb der Gesamtdauer die Freistellung von der Arbeitsleistung in Anspruch genommen werden soll.

Arbeitgeber und Beschäftigte haben über die Verringe­rung und Verteilung der Arbeitszeit eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. Der Arbeitgeber muss auf die Wünschen der Beschäf­tigten eingehen, es sei denn, dass dringende betriebliche Gründe dem entgegenstehen.

Nach § 2 Abs. 1 Pflegezeitgesetz haben Beschäftigte bei einem familiären akuten Pflegefall einen Anspruch auf Freistellung von der Arbeitspflicht für maximal zehn Arbeitstage, wenn dies erforderlich ist, um eine bedarfsgerechte Pflege zu organisie­ren oder eine pflegerische Versorgung sicherzustellen.

Beschäftigte sind verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Verhinderung an der Arbeitsleis­tung und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen (§ 2 Abs. 2 Satz 1 Pflegezeitgesetz). Die Freistellung bedarf nicht der Zustimmung des Arbeitgebers.

Eine ärztliche Bescheinigung über die voraussichtliche Pflegebedürftig­keit des pflegebedürftigen Angehörigen sowie die Erforderlichkeit der Ar­beitsbefreiung, muss den Arbeitgebern vorgelegt werden, wenn diese es verlangen (§ 2 Abs. 2 Satz 2 PflegeZG).

Der Arbeitgeber ist zur Fortzahlung der Vergütung nach § 2 Abs. 3 Pflegezeitgesetz nur verpflichtet, soweit sich eine solche Verpflichtung aus anderen gesetzlichen Vorschriften oder aufgrund einer Vereinbarung ergibt. Der Schutz in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bleibt bestehen.

Beschäftigte haben für den kurzzeitigen Arbeitsverbleib  einen Anspruch auf Pflegeunterstüt­zungsgeld (§ 2 PflegeZG, § 44a SGB XI).

Das Pflegeunterstützungsgeld wird ausschliesslich auf Antrag bewilligt, welcher unverzüglich – das heißt ohne schuldhaftes Zögern – bei der Pflegekasse oder dem privaten Versicherungsunternehmen des Pflegebedürftigen gestellt werden muss.  Dabei ist die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung zwingend vorzulegen.

Als Pflegeunterstützungsgeld zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts oder 100 Prozent, wenn in den letzten 12 Monaten vor der Freistellung eine beitragspflichtige Einmalzahlung gezahlt wurde.

Wenn mehrere Be­schäftigte ihren Anspruch auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung für dieselbe pflegebedürftige nahen Person geltend machen, so ist deren Anspruch auf das Pflege­unterstützungsgeld zusammen auf insgesamt bis zu zehn Arbeits­tage begrenzt.

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